Donnerstag, 23. Juni 2016

Spaziergang im Cafégarten

In Detmold gibt es ein historisches Café mit einem wunderschönen Garten. Es ist das Café Gugelhupf. Man findet dort an einem heißen Sommertag wie heute schattige und auch sonnige Plätze. Aus diesem Garten, der mit sehr viel Liebe gestaltet wurde und in dem ich lauter nette Details entdeckte, möchte ich ein paar Ausschnitte zeigen. Ein Gartenspaziergang der besonderen ART!


Ich sitze angenehm schattig auf einer Bank unter Efeuranken und blicke geradeaus. Dort hat der Cafébesitzer interessante Topfhalterungen angebracht.





Das interessiert mich ... ich gehe näher heran. Ringe aus grob geschmiedetem Eisen, sehr stabil, aber auch sehr individuell. So etwas habe ich noch nicht gesehen. Von der Inhaberin des Cafés erfahre ich, dass das Schmieden von Eisen wohl ein besonderes Talent des Besitzers ist. Dieses zieht sich durch den ganzen Garten. Überall sieht man geschmiedetes Eisen. Es fügt sich harmonisch zum Gartenmobiliar. 



Die Bepflanzung dieser Töpfe, die in der vollen Sonne hängen, erfordern nicht ein ständiges Hab-Acht der Inhaberin, die den Garten pflegt, denn Semperviven (Immerlebende) - so sagt es schon ihr Name - vertragen auch mal Trockenheit. Und wie wunderschön zart sie blühen! Lauter kleine Prinzessinnenkrönchen ...



Mein Blick - farblich reduziert auf Rot- und Gelbtöne - wandert nach oben. Auch das Haus wurde mit leuchtend roten Geranien geschmückt. 



In lauschigen Eckchen sitzt man zwischen Rosen und Koniferen und lässt sich den Eiskaffee schmecken. Über einem der Sitzplätze rankt maigrüner Wein ...



... und sucht mit spiraligen Tentakeln nach Halt.



Noch einmal reduziere ich meine Farbwahrnehmung - dieses Mal auf Blau. Denn eine leuchtend blaue Kugel liegt neben einem Terrakottatopf. So als ob sie nur ein wenig hervorschaute und sagte: "Kuckuck, da bin ich!"



Heute korrespondiert sie mit dem azurblauen Himmel. Dazwischen erscheint mir alles Grau in Grau, wenn ich Kugel und Himmel als Spannungspunkte betone.



Und so ist die Kugel in die Farbigkeit der Umgebung eingebettet:





Im hinteren Teil des Gartens entdecke ich eine rosa-grün blühende Hortensie, die durch die Schattenspiele der darüber wachsenden Pflanzen noch eine zusätzliche lebendige Komponente erfährt. Natürlich trägt der Wind im bewegten Bild noch sein Teil dazu bei.




Kleine Lichtinseln hier und da lassen den Eindruck entstehen, als ob ein paar Blütenrosetten sich keck aus ihrer Gemeinschaft hervortun möchten:





In einem anderen Winkel des Gartens wurde eine Mauerecke errichtet, die den Cafébesucher gefühlsmäßig in ein altes französisches Dorf versetzt, in dem man bei sommerlicher Hitze ein angenehm kühles Schattenplätzchen gefunden hat. Am liebsten möchte man durch das Fenster nach drinnen schauen ... na, sitzt da jemand?



Hier vereinen sich das ständige Werden und Vergehen in einer knackigen Geranie. 



Nach einem Einkauf in der schönen Detmolder Innenstadt mit ihren kleinen Gässchen und den Fachwerkhäusern darin lässt es sich hier herrlich entspannen!

Donnerstag, 14. April 2016

Blumen und Engel gehören zusammen

Unter


habe ich einen kleinen Videofilm zum Anschauen hochgeladen.

Viel Freude damit!


Die Fotos entstanden mit meinem Smartphone und wurden auch damit bearbeitet.

Mittwoch, 13. April 2016

Frühling, Du hast mich geküsst!

Da ist sie wieder, die strömende, fließende, alle Zellen erwärmende Gartenfreude! Ausgelöst wird sie spätestens dann, wenn die Schönsten des frühen Jahres, die in sich selbst Verliebten, die narzisstischsten aller Gartenblumen, ihre Schönheit aus noch geheimnisvoll verbergender Knospe entlassen und mir in Augen und Seele springen. 


Ich fühle mich wie frisch verliebt, habe Schmetterlinge im Bauch und Düfte unter der Nase, denn es gibt auch die (manchmal fast schon zu aufdringlich) duftenden Sorten der narzisstischen Narzisse.

In meiner Seele spricht sie in verführerischen Tönen, lockt mich täglich in den Garten, wenn sie bei einem flüchtigen Blick von mir nach draußen meinen Blick einfängt.

Da ... schaut her! Auch Euch möchte sie teilhaben lassen an ihrer Eleganz, ihrem zarten Gelb und Weiß, wie Vanillepudding anmutend, in Glocken, deren Bau uns einfach nur staunen lässt ob ihrer Perfektion.


Wie ist das Glöckchen nur an die Blütenblättchen angebracht?, möchte man fragen. Es gibt keine Löt-, keine Klebestelle. Nur eine schöpferisch-perfekte Verbindung. Brahma, der Schöpfergott, hat das feine Gebilde erschaffen, Vishnu, der Erhalter, möge dafür sorgen, dass die Pracht nicht allzu schnell vergeht, bevor Shiva die Blüte ins Welken überführt und so Platz für Neues schafft. Für einen dicken Knoten, aus dem sich dann Samen entwickeln können. Nicht in meinem Garten, wo ich dies nur in Ausnahmefällen zulasse, denn die Samenbildung schwächt das Zwiebelwachstum bis zum nächsten Frühjahr. Und doch soll auch dieser Weg der Vermehrung über Samen einen kleinen Raum im Garten erhalten. Dafür bin ich einfach immer wieder zu neugierig. 

Weitere Schönheiten wollen sich noch zeigen ... nun, meines Herzens Freude wird nun schweigen und Euch schauen lassen. Lasst Euch ebenso Schmetterlinge in den Bauch flattern und genießt:

Osterglocke

Elca (?)

Rip van Winkle

Ice Follies 

Juanita (?)

in Tönen
gehören einfach dazu

Freitag, 18. März 2016

Blumengeflüster nach Beetgeflüster

Eine Freundin lieh mir ein Buch aus - ein kostbares Kleinod  (sowohl Freundin wie auch ihr Buch) - und ich war sogleich vernarrt in den Stil des Autors, nimmt er doch diesen liebenswerten Innenkontakt mit all seinen Schützlingen auf - spricht mit ihnen, lässt sich von ihnen ansprechen. Genau so, wie auch ich dies oft tue.

Jens F. Meyer - so der Name des Hagophilen (nein, ich habe mich nicht verschrieben - es geht nicht um einen Menschen, der eine salzreiche Umgebung* bevorzugt, wohl aber einen, der gartenverliebt ist) - dieser Herr Meyer nennt sein Buch "Beetgeflüster" (Verlag CW Niemeyer, Hameln 2015). Die Assoziation zu "Bettgeflüster" ließ mich beim ersten Blick auf den Titel auch gleich zum Lästergeniker - hoppala ... Legastheniker mutieren. Als ich dann aber die wahre Absicht des auf dem Titel auf riesigen Gummistiefeln hockenden Gartenliebhabers erkannte, spürte ich bereits eine Art seelischer Nähe, die sich möglicherweise bei Menschen mit grünem Daumen sehr schnell, quasi wie eine Schwingungsbrücke, einstellt. Man versteht sich ... 

Nach einem kurzen Vorwort über BOMBUS, die dicke Hummel, die endlich in sein Gartenhotel eingezogen ist und einem Gedicht über die im Winter nachempfundenen Gefühle einer am Fenster stehenden Zimmerpflanze erzählt der Autor von seinen Gedanken, die ihm sein Geldbaum entwindet. Ob der im Gegenzug die Gedanken hören kann??? Hoffentlich nicht ...

Ah ... Geldbaum!, dachte ich und fragte meine Mitbewohner dieser Gattung, wie es ihnen denn so bei mir gehe und ich war freudig überrascht, so viel Gutes zu erfahren.

Herr Meyer nämlich hat offensichtlich ein sehr gespaltenes Verhältnis zu dem Gewächs, von dem man sagt, es stehe symbolisch für immer genug Geld im Hause. Na dann ... sollte man es doch auch gut pflegen, oder? In dem Punkt komme ich mit Herrn Meyer nicht auf einen Nenner. Er nämlich (Kleinzitat:) "findet nichts Gutes an dem ollen Geldbaum, schleppt ihn im Oktober auch wieder ins Haus, damit er im Winter nicht erfriert". Am Ende nennt er ihn dann doch "einen ziemlich besten Freund".

Nun, auch meine Geldbäume verreisen zum Jahreszeitenwechsel, aber wohl mit anderer Zielsetzung. Nicht, damit sie draußen - als wenig geliebte Wesen - zugrunde gehen, sondern vielmehr, damit sie im Sommer mehr von dem erleben, was ihrer Gattung von Natur aus gut tut: Sonnenschein und Wärme - für die Trockenheit muss ich dann von Fall zu Fall sorgen, sie unter Dach ziehen, wenn der Regen sie zu ertränken droht.

Was nun meine Geldbäume (und beste Freunde) selbst zu sagen habe, mögen die folgenden Bilder erzählen:

Geldbaum neben Gras und einem kleinen dickblättrigen Artverwandten - zudem mit Blick auf ein Aquarell - auch Blumen sollen es doch schön haben (ha ha ... nein, ich selbst empfinde die Kombination von Pflanze und Kunst als Seele nährende Wohnkomponente)

Zitat Meyer: Er will hell stehen, was ich ihm aber aus Platzgründen nicht anbieten kann.
Wie gut es doch meinem Geldbaum geht. Er lässt uns selbst mal durch seine Blattaugen erleben, woher er sein Licht bezieht - wie draußen - von oben!

Noch ein guter Freund von mir - der Geldbaum am Küchenfenster. Der mich nun wieder an Meyers Gedicht "Die Blume am Fenster" denken lässt. Jene "saß gar nicht so ungern hinter Glas" beim Anblick der verschneiten Winterwelt, die sich ihr durchs Fenster darbot. Mein Geldbaum allerdings freut sich schon jetzt auf sein Sommerquartier. Den Grund kann man im Hintergund erkennen ...

... Augenblick mal ... Fokus ändern und durch des Geldbaums Augen "sehen": Krokusse locken mit frühlingsgelbem Zeigefinger: Komm, komm, die Sonne ist schon viel höher gestiegen. Auch die Narzissen flöten schon in ihrem selbstverliebten Tenor: Osternnahtosternnahtnarzissnarzissssssichbinsoschöööööööön!
Ich aber warne ihn: Du siehst es nicht, aber ich weiß den lockenden Ruf zu durchschauen. Zwiebelblumen trotzen den letzten Frostnächten des Winters. Lass dich von ihnen nicht verführen, denn sie sind nicht deinesgleichen.

So genießen beide, der Geldbaum (Crassula ovata) und sein Freund, das Rosettenbäumchen (Aeonium arboreum) so lange miteinander die schöne Aussicht, bis ich als Mensch ihnen beiden grünes Licht für die Aussiedlung gebe. Und während ich ihnen diesen Liebesdienst erweise, stärken sie mir zum Dank meine Rückenmuskeln. Denn was wir mit Liebe tun, tut uns nichts Böses.


*Salz liebende Organismen nennt man halophil 

Donnerstag, 21. Januar 2016

Väterchen Frost und seine Künste

Auch im Winter werden wir von unserem Garten beschenkt. Daher möchte ich Dich heute einladen in das Winterwunderland rund ums Haus.
 
Ein sonst grünes, nun aber durch Eiskristalle okkupiertes Netz
 
Das Netz haben wir unserem Blumentrog übergeworfen, nicht, um ihn vor Frost zu schützen. Wie soll das auch gehen, hat ein Netz doch so viele Löcher! Aber die Nachbarskatze, die unsere Trogerde regelmäßig mit unfeinen Duftobjekten verunstaltet, sollte begreifen, dass das Katzenklo (Katzenklo, ja, das macht die Katze froh) nun geschlossen ist. Bis Zwiebelblumen im Frühjahr die nackte Erde wieder bedecken. Dann mag sie meistens nicht mehr. Aufpassen müssen wir trotzdem, denn so lange noch Erde dazwischen zu finden ist, holt sie sogar frisch gepflanzte Primeln aus dem Boden und bereitet sich so ihr gewohntes Klöchen.
 
Feinste Kunst dagegen ist das Gebäude der Frau Spinne, das Nebel und Frost in die Sichtbarkeit heben. Was für eine grandiose Architektur (ich komme ins Schwärmen)!
Auf allen Schieferstreifen am Hause gab es vielfältige Bautätigkeit, die sich in der Herbstzeit vor meinem Putztuch unsichtbar machte. Gut so! Heute bin ich dankbar für das nicht bestellte Geschenk! Eigner waren nicht zu sehen, doch kann das filigrane Gebilde – durch Nebelfrost seiner vorzüglichen Eigenschaft als Lebendfalle entraubt – eh seinen Zweck nicht erfüllen.


 
Um wie viel feuchter muss die Luft nur wenige Meter von der Hauswand entfernt gewesen sein. Eine Sammelstelle für feinste Eiskristalle! Hat weißer Samt sich um die seidigen Fäden gefügt? Was das Auge täuscht, wird der Haut unmissverständlich offenbar ... huuuch ... so kalt!



Auch Technisches kann uns faszinieren. Eine kreisrunde Scheibe aus Metall, fein gestanzt in konzentrischen Kreisen, die an je zwei Stellen zart verbunden bleiben. Gegeneinander verdreht spielen sie im Sommer mit den Strahlen der Sonne, lassen kleiner und größer werdende Kreise kommen und gehen. Nun jedoch, in der eiskalten Hand des Väterchens Frost fügt sich das Gebilde still in sein starres Dasein.


 
 
Nun steige ich noch tiefer ein in die technische Welt, die mir die Augen aufriss ... ja, was ist denn das? Kleine Stupserchen auf dem Autoreifen ... nanu? Wer hat denn die gezaubert? Ein Rätsel ...



Es sind die feinen Gummireste, die nach dem Fertigen des Reifens nicht entfernt wurden. Ach soooo! Väterchen Frost hat sie verwendet, um das nüchterne Objekt mit Fröhlichkeit zu verzieren. Genial!



Macro-Ansicht

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Frohe Weihnacht!

Allen meinen Bloglesern wünsche ich von Herzen


Mittwoch, 29. Juli 2015

Rainbow Day

Vor 10 Minuten durchs Fenster erwischt - immer wieder ergreifend:




Gedankenbrücke - Seelenbrücke ...

Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich gemacht habe zwischen mir und euch und allen lebendigen Seelen bei euch hinfort ewiglich.
1. Mose 9:12